Domainumzug ohne Ausfallzeit: So gehen Sie vor
Ein Domainumzug ohne Ausfallzeit hängt weniger vom eigentlichen Transfer ab als von der Vorbereitung im Vorfeld: die Time-to-Live (TTL) der DNS-Einträge vor der Umstellung verkürzen, die neue Konfiguration parallel zur alten aufbauen und die alte Konfiguration erst abschalten, wenn die neue nachweislich funktioniert. Gut vorbereitet, läuft der Umzug ab, ohne dass Besucher oder E-Mails eine spürbare Unterbrechung bemerken.
Das eigentliche Problem: Der Umzug scheitert selten während des Transfers, sondern davor
Der gefürchtete Ausfall (Website nicht erreichbar, E-Mails verloren) tritt selten während des eigentlichen Transfervorgangs auf, sondern durch mangelnde Vorbereitung im Vorfeld: eine zu lange DNS-Time-to-Live (TTL), die die Propagierung verzögert, nicht eingeplante E-Mails, die während der Umstellung ausbleiben, oder ein SSL-Zertifikat, das auf der neuen Konfiguration nicht neu installiert wurde. Der Domain-Transfer selbst ist ein geregelter und insgesamt zuverlässiger Prozess; Aufmerksamkeit erfordert vor allem die Koordination der davon abhängigen Elemente (Website, E-Mails, Zertifikat).
Zwei häufig verwechselte Vorgänge sollten unterschieden werden: der Registrarwechsel (der Anbieter, bei dem die Domain registriert ist, ohne die Domain selbst zu ändern) und der Domainwechsel (die Einführung einer neuen Adresse, was zusätzlich Weiterleitungen zum Erhalt der Rankings erfordert).
Der Ablauf eines Transfers zwischen Registraren
- Transferfähigkeit der Domain prüfen: Eine kürzlich registrierte oder übertragene Domain kann einer Sperrfrist unterliegen (in der Regel 60 Tage nach der Erstregistrierung).
- Die Transfersperre (Transfer Lock) beim aktuellen Registrar deaktivieren – ein standardmäßig aktivierter Schutz gegen nicht autorisierte Transfers.
- Den EPP-Code (Autorisierungscode) beim aktuellen Registrar besorgen, unverzichtbar, um den Transfer beim neuen Registrar zu starten.
- Die administrative Kontakt-E-Mail-Adresse der Domain prüfen und aktualisieren, die zur Bestätigung des Transfers verwendet wird.
- Den Transfer beim neuen Registrar mit dem EPP-Code starten.
- Den Transfer bestätigen, über die Bestätigungs-E-Mail an den administrativen Kontakt der Domain.
- Auf den Abschluss warten, in der Regel zwischen 5 und 7 Tagen – eine Frist, die von den ICANN-Regeln festgelegt wird.
- Prüfen, ob die DNS-Einträge korrekt beim neuen Registrar übernommen wurden, bevor der Transfer abgeschlossen wird, um jede Unterbrechung zu vermeiden.
Das Ausfallrisiko senken: die DNS-Vorbereitung
Der technisch entscheidendste Punkt für einen unterbrechungsfreien Umzug ist die Steuerung der Time-to-Live (TTL) der DNS-Einträge:
- Die TTL senken (zum Beispiel auf 300 Sekunden, also 5 Minuten) mehrere Tage vor dem geplanten Umzug, um die Propagierung der Änderungen am eigentlichen Tag zu beschleunigen.
- Alle bestehenden DNS-Einträge identisch übernehmen (A, CNAME, MX für E-Mails, TXT für die Domainverifizierung und SPF), bevor umgestellt wird, damit nichts vergessen wird.
- Die Propagierung nach der Umstellung prüfen, mit einem DNS-Prüftool, wobei zu berücksichtigen ist, dass es selbst mit reduzierter TTL bis zu 24 bis 48 Stunden dauern kann, bis sie bei allen Resolvern vollständig abgeschlossen ist.
- Die TTL nach bestätigter Stabilität des Umzugs wieder auf ihren normalen Wert anheben.
E-Mails: der oft vernachlässigte Punkt
Die MX-Einträge (Mail Exchange), die die E-Mails der Domain leiten, werden bei einem auf die Website fokussierten Umzug häufig vergessen. Eine fehlerhafte Übernahme dieser Einträge unterbricht den Empfang geschäftlicher E-Mails, manchmal ohne sichtbare Fehlermeldung für den Absender, wodurch das Problem schwer schnell zu erkennen ist. Es empfiehlt sich, direkt nach der DNS-Umstellung das Senden und Empfangen einer Test-E-Mail zu prüfen.
Der Fall eines vollständigen Domainwechsels
Die Einführung einer neuen Domain (nicht nur ein Registrarwechsel) ist ein eigenständiger Vorgang, der zusätzlich Folgendes umfasst:
- Die Einrichtung dauerhafter 301-Weiterleitungen von jeder URL der alten Domain zu ihrem Pendant auf der neuen, um die aufgebauten Rankings zu erhalten.
- Die Installation eines gültigen SSL-Zertifikats auf der neuen Domain, bevor der Traffic tatsächlich umgestellt wird.
- Die Mitteilung der neuen geschäftlichen E-Mail-Adresse an Kontakte, die die alte gewohnt sind, idealerweise mit einer vorübergehenden Weiterleitung, um keine Nachrichten zu verlieren.
- Die Aktualisierung aller externen Referenzen: Google-Unternehmensprofil, soziale Netzwerke, gedruckte Materialien, Rechnungen.
Was man sich merken sollte
- Das Ausfallrisiko entsteht vor allem durch unzureichende DNS-Vorbereitung, nicht durch den Transferprozess selbst.
- Eine niedrigere TTL der DNS-Einträge vor dem Umzug beschleunigt die Propagierung und verkürzt das Risikofenster.
- MX-Einträge (E-Mails) werden häufig vergessen und sollten nach der Umstellung vorrangig geprüft werden.
- Ein Registrarwechsel dauert in der Regel 5 bis 7 Tage – eine Frist, die von den ICANN-Regeln vorgeschrieben wird.
- Ein kompletter Domainwechsel erfordert zusätzlich 301-Weiterleitungen zum Erhalt der Rankings, anders als ein reiner Registrarwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert ein Domain-Transfer? In der Regel zwischen 5 und 7 Tagen für einen Transfer zwischen Registraren, eine Frist, die von den ICANN-Regeln festgelegt wird. Eine reine DNS-Änderung geht schneller und ist oft schon nach wenigen Stunden wirksam.
Bleibt die Website während des Umzugs erreichbar? Ja, wenn der Umzug gut vorbereitet ist. Das Ausfallrisiko entsteht vor allem durch unzureichende Vorbereitung (zu lange TTL, nicht eingeplante E-Mails) und nicht durch den Transfer selbst.
Braucht man einen besonderen Code, um eine Domain zu übertragen? Ja, einen vom aktuellen Registrar bereitgestellten EPP-Code, der die Inhaberschaft der Domain belegt. Auch die Transfersperre muss vorher deaktiviert werden.
Was passiert, wenn ich die Domain komplett wechsle? Das ist ein aufwendigerer Vorgang: dauerhafte 301-Weiterleitungen von jeder alten URL, ein SSL-Zertifikat auf der neuen Domain und eine Mitteilung des Wechsels an die üblichen Kontakte.
Fazit
Ein erfolgreicher Domainumzug entscheidet sich vor allem in der Vorbereitung: TTL-Reduzierung, vollständige Übernahme der DNS-Einträge, Prüfung der E-Mails und, bei einem vollständigen Namenswechsel, sauber gesetzte 301-Weiterleitungen. Das Website-Abo von VeryAppi beinhaltet die technische Begleitung bei diesen Umzügen ohne Unterbrechung des Dienstes.
Häufig gestellte Fragen
›Wie lange dauert ein Domain-Transfer?
Ein Transfer zwischen Registraren dauert in der Regel zwischen 5 und 7 Tagen – eine Frist, die von den ICANN-Regeln vorgeschrieben wird, um im Falle eines Fehlers oder Betrugs genug Zeit für einen Abbruch zu lassen. Eine reine DNS-Änderung ohne Registrarwechsel geht schneller und ist oft schon nach wenigen Stunden wirksam.
›Bleibt die Website während des Umzugs erreichbar?
Ja, wenn der Umzug gut vorbereitet ist. Die Domain zeigt weiterhin auf die alte Konfiguration, bis die DNS-Propagierung zur neuen abgeschlossen ist. Das Risiko einer Unterbrechung entsteht vor allem durch unzureichende Vorbereitung (zu lange TTL, nicht eingeplante E-Mails) und nicht durch den Transfer selbst.
›Braucht man einen besonderen Code, um eine Domain zu übertragen?
Ja, einen sogenannten EPP-Code (oder Autorisierungscode), den der aktuelle Registrar bereitstellt. Dieser Code belegt, dass Sie tatsächlich Inhaber der Domain sind, und berechtigt den neuen Registrar, den Transfer zu starten. Außerdem muss die Transfersperre (die meist standardmäßig aktiviert ist) vorher deaktiviert werden.
›Was passiert, wenn ich die Domain komplett wechsle (nicht nur den Registrar)?
Das ist ein anderer, aufwendigerer Vorgang: Ihr Inhalt wird auf eine neue Adresse umgestellt, mit dauerhaften 301-Weiterleitungen von jeder alten URL, um die Rankings zu erhalten, sowie einer Mitteilung an Kontakte, die die alte E-Mail-Adresse gewohnt sind.