Wie Sie Ihre SEO-Keywords richtig auswählen
Die Wahl der SEO-Keywords bedeutet, die genauen Begriffe zu identifizieren, die Ihre potenziellen Kunden tatsächlich bei Google eingeben, um einen Dienst wie Ihren zu finden, und dann diejenigen zu priorisieren, die ein ausreichendes Suchvolumen mit einer erreichbaren Konkurrenz verbinden. Diese Recherche geht jeder Content-Erstellung voraus, da sie das Vokabular bestimmt, das auf jeder Seite verwendet werden soll.
Der Fehler, vom Fachjargon der Branche auszugehen
Die meisten Unternehmen verfassen ihre Inhalte mit dem Vokabular, das sie intern unter Branchenprofis verwenden. Dieses Vokabular entspricht nicht immer dem der Kunden, die nicht über dieselbe fachliche Expertise verfügen und ihre Suchanfragen mit einfacheren oder anderen Wörtern formulieren.
Ein Anwalt, der intern von "Arbeitsrecht" spricht, muss auch Suchanfragen wie "fristlose Kündigung was tun" oder "Aufhebungsvertrag Anwalt" antizipieren – konkrete Formulierungen, die an eine tatsächlich erlebte Situation geknüpft sind, statt an eine abstrakte juristische Kategorie. Diese Vokabularlücke erklärt einen großen Teil der gut gestalteten, aber wenig sichtbaren Websites.
Die Absicht hinter einer Suchanfrage verstehen
Jede Suchanfrage spiegelt eine bestimmte Absicht wider: Informationen suchen, Optionen vergleichen oder sofort handeln. "Verstopfte Toilette selbst reinigen" spiegelt eine informative Absicht wider, bei der der Nutzer zunächst selbst eine Lösung sucht. "Klempner Notdienst München" spiegelt eine Handlungsabsicht wider, bei der der Nutzer schnell jemanden kontaktieren möchte.
Werden diese Absichten verwechselt, führt das dazu, dass für ein gegebenes Keyword der falsche Inhaltstyp anvisiert wird: Eine kommerzielle Seite für eine informative Suchanfrage anzubieten, oder umgekehrt, verringert die Chancen auf eine gute Platzierung erheblich, da Google gerade versucht, den Ergebnistyp mit der erkannten Absicht in Einklang zu bringen.
Long-Tail-Keywords, oft leichter erreichbar
Generische, stark gesuchte Keywords ("Anwalt München", "Klempner") sind auch die am stärksten umkämpften, dominiert von Strukturen mit langjähriger Erfahrung und erheblichen Mitteln. Längere, spezifischere Keywords, sogenannte Long-Tail-Keywords ("Anwalt spezialisiert auf betriebsbedingte Kündigung München Zentrum"), werden einzeln seltener gesucht, sind aber deutlich leichter zu erreichen und entsprechen einer klareren Absicht, was zu einer besseren Konversionsrate führt.
Für einen kleinen Betrieb, der seine SEO-Arbeit beginnt, führt die Konzentration der ersten Bemühungen auf mehrere relevante Long-Tail-Keywords in der Regel schneller zu Ergebnissen als das sofortige Anvisieren der allgemeinsten und umkämpftesten Begriffe.
Wo man die tatsächlich gesuchten Keywords findet
Die automatischen Vorschläge in der Google-Suchleiste, die erscheinen, sobald man eine mit der eigenen Tätigkeit verbundene Anfrage einzutippen beginnt, zeigen die häufigsten Formulierungen zu diesem Suchanfang. Der Bereich "Ähnliche Fragen" in den Google-Ergebnissen gibt ebenfalls einen direkten Einblick in die tatsächlichen Fragen der Nutzer zu einem Thema.
Die Fragen, die Kunden täglich stellen – am Telefon, im Geschäft oder per E-Mail – sind eine wertvolle und kostenlose Quelle: Sie spiegeln das tatsächlich verwendete Vokabular wider, noch bevor überhaupt online gesucht wird, und lassen sich oft direkt in anzuvisierende Keywords umformulieren.
Keywords nach tatsächlichem Potenzial priorisieren
Nicht alle identifizierten Keywords haben denselben Wert. Die folgende Tabelle fasst die Kriterien zusammen, die für die Priorisierung der Content-Arbeit gegeneinander abzuwägen sind.
| Kriterium | Zu priorisierendes Keyword | Zurückzustellendes Keyword |
|---|---|---|
| Suchvolumen | Ausreichend, um den Aufwand zu rechtfertigen | Zu gering oder zu unsicher |
| Konkurrenz | Erreichbar für einen Betrieb am Anfang | Von großen etablierten Akteuren dominiert |
| Absicht | Klar und im Einklang mit dem Angebot | Mehrdeutig oder themenfremd im Verhältnis zur Tätigkeit |
| Fachliche Relevanz | Entspricht einem tatsächlich angebotenen Service | Verwandtes Thema ohne direkten Bezug zum Angebot |
Das Haupt-Keyword im Vergleich zu eng verwandten Varianten
Eine Seite sollte nicht auf einen einzigen isolierten Begriff abzielen, sondern auf ein Haupt-Keyword zusammen mit eng verwandten Varianten zum selben Thema, die Google dank seines Sprachverständnisses ganz natürlich zuordnet. Eine Seite über "Erstellung einer Unternehmenswebsite" kann so ganz natürlich auch "professionelle Firmenwebsite" oder "Unternehmenspräsentation online" abdecken, ohne dass für jede kleinere Variante eine eigene Seite erstellt werden muss.
Dieser Ansatz vermeidet zwei häufige Fallstricke: zu viele nahezu identische Seiten zu erstellen, die auf minimale Varianten desselben Keywords abzielen, was die Autorität auf mehrere konkurrierende Seiten verwässert, oder umgekehrt den gesamten Inhalt der Website auf einen einzigen, zu allgemeinen Begriff zu konzentrieren und dabei Varianten außer Acht zu lassen, die dennoch ein reales Suchvolumen darstellen.
Die Keywords an den Seitentyp anpassen
Eine kommerzielle Dienstleistungsseite und ein informativer Blogartikel zielen nicht auf dieselben Arten von Keywords ab, selbst bei einem verwandten Thema. Die Dienstleistungsseite zielt auf Suchanfragen mit Handlungsabsicht ab ("Klempner München", "Kostenvoranschlag Badezimmerrenovierung"), während der Blogartikel breitere informative Suchanfragen einfängt ("wie man einen Klempner auswählt", "durchschnittliche Kosten einer Badezimmerrenovierung").
Diese Unterscheidung vermeidet, dass die eigenen Seiten um dasselbe Keyword konkurrieren (die sogenannte Kannibalisierung), ein häufiges Problem, wenn mehrere Seiten der Website unbewusst denselben Begriff anvisieren, ohne dass die von jeder abgedeckten Absichten klar aufgeteilt sind.
Die Keyword-Liste regelmäßig überprüfen
Suchanfragen entwickeln sich mit der Zeit weiter: neue Formulierungen, neue Bedürfnisse, das Auftauchen von Konkurrenten bei zuvor wenig umkämpften Begriffen. Eine seit der Erstellung der Website unveränderte Keyword-Liste spiegelt ohne Überprüfung irgendwann nicht mehr die tatsächlichen Suchanfragen potenzieller Kunden wider, insbesondere wenn sich die Tätigkeit selbst seither weiterentwickelt hat.
Diese Liste ein- bis zweimal jährlich zu überprüfen, gestützt auf tatsächliche Suchdaten, die über Google-Tools gesammelt wurden (insbesondere die Search Console, die die Begriffe zeigt, die tatsächlich Besucher auf die Website gebracht haben), ermöglicht es, bestehende Inhalte anzupassen und neue Chancen zu erkennen, bevor die Konkurrenz sie besetzt.
Die Schritte zum Aufbau Ihrer Keyword-Liste
- Die angebotenen Dienstleistungen oder Produkte mit dem Vokabular der Kunden auflisten, nicht mit internem Fachjargon.
- Die Google-Vorschläge und die zu jeder Dienstleistung gehörenden häufig gestellten Fragen erkunden.
- Long-Tail-Formulierungen mit klarer Handlungsabsicht identifizieren.
- Suchvolumen, Konkurrenz und Relevanz gegeneinander abwägen, um eine begrenzte Liste zu priorisieren.
- Jeder bestehenden oder geplanten Seite ein Haupt-Keyword zuweisen.
- Diese Liste alle sechs bis zwölf Monate entsprechend der Entwicklung der Suchanfragen überprüfen.
Was man sich merken sollte
- Keywords sollten vom tatsächlichen Vokabular der Kunden ausgehen, nicht vom internen Fachjargon der Branche.
- Die Absicht hinter einer Suchanfrage zu verstehen, verhindert, dass der falsche Inhaltstyp angeboten wird.
- Long-Tail-Keywords sind oft leichter erreichbar und konvertieren besser als generische Keywords.
- Google-Vorschläge und alltägliche Kundenfragen sind kostenlose und zuverlässige Quellen.
- Jede Seite sollte sich auf ein Haupt-Keyword konzentrieren, nicht auf eine verstreute Liste.
- Die Ergebnisse einer guten Keyword-Ausrichtung brauchen mehrere Monate, um sich zu stabilisieren.
Fazit
Die Wahl der SEO-Keywords erfordert zu Beginn kein ausgeklügeltes Tool, sondern ein aufmerksames Zuhören auf das tatsächliche Vokabular Ihrer Kunden und eine ehrliche Priorisierung zwischen Potenzial und Erreichbarkeit. Diese Grundlagenarbeit bestimmt die Wirksamkeit aller später verfassten Inhalte. Das Website-Angebot von VeryAppi strukturiert jede Seite von der Konzeption an um ein Haupt-Keyword.
Häufig gestellte Fragen
›Sollte man vorrangig die meistgesuchten Keywords ins Visier nehmen?
Nicht unbedingt. Die meistgesuchten Keywords sind auch die umkämpftesten und werden oft von großen Strukturen dominiert. Spezifischere, weniger gesuchte Keywords (Long-Tail) sind oft leichter erreichbar und konvertieren besser, weil sie einer klareren Absicht entsprechen.
›Wie viele Keywords sollte man pro Seite anvisieren?
Eine Seite sollte sich auf ein Haupt-Keyword und einige eng verwandte Varianten zum selben Thema konzentrieren, nicht auf eine Liste unzusammenhängender Keywords. Zu viele unterschiedliche Themen auf einer einzigen Seite abdecken zu wollen, verwässert deren Relevanz für jedes einzelne.
›Reichen kostenlose Tools aus, um Keywords zu finden?
Für einen kleinen lokalen Betrieb reichen die Suchvorschläge von Google, die zugehörige Suchleiste und die von Nutzern gestellten Fragen oft aus, um die wichtigsten relevanten Keywords zu identifizieren, ganz ohne kostenpflichtiges Tool.
›Sollte man die Keywords wechseln, wenn die Ergebnisse auf sich warten lassen?
Nicht bevor mehrere Monate lang regelmäßig Inhalte veröffentlicht und gute technische Praktiken angewendet wurden. Ein zu früher Keyword-Wechsel verhindert, dass Google eine stabile Verbindung zwischen der Website und diesen Begriffen aufbaut, wodurch die Arbeit wieder bei null beginnt.